• über das projekt

    Konzept und Methoden

    Während des Projekts „HER-Story“ begegneten sich junge Menschen zwischen 16 und 19 Jahren aus Deutschland und Polen, um gemeinsam über Frauen im Wiederstand in unterschiedlichen historischen und politischen Kontexten zu lernen. Das Projekt gab den Jugendlichen die Möglichkeit, etwas über die Rolle von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus oder die sozialistische Gewalt, in der DDR und der Volksrepublik Polen zu erfahren. Sie beschäftigten sich mit Geschichten von sowohl berühmten als auch eher unbekannten Frauen. Anhand von Quellen wie Briefen und Tagebüchern, erfuhren die Teilnehmer*innen des Projekts über einzelne Frauenschicksale. Im Vordergrund stand dabei herauszufinden, wie die Lebensumstände jener Frauen waren, mit welchen Hindernissen sie zu kämpfen hatten und wie im Nachhinein ihr Handeln und ihre Geschichte in der Historiographie und der allgemeinen Öffentlichkeit rezipiert werden. Darüber hinaus wurden besondere Frauen der neueren Zeitgeschichte und der Gegenwart in den Blickwinkel der Betrachtungen gerückt. Der Widerstand von Frauen gegen ein politisches System, gegen eine Gesellschaft, die sie in ihrer Lebensführung einschränkt, ihr Engagement in der Frauenrechtsbewegung oder auch ihre alternative Lebensführung haben dabei den Mittelpunkt der Analysen dargestellt.

     

    Die teilnehmenden Jugendlichen fertigten Portraits von unterschiedlichen Frauen an, die in der Vergangenheit im Widerstand waren oder heute ein widerständiges Leben führen. Darüber hinaus interviewten die Teilnehmer*innen ausgewählte Frauen verschiedener Generationen und dokumentierten dies filmisch unter Anleitung eines professionellen Filmteams. Diese Interviews sind ebenfalls auf diesem Projektblog zu sehen. Die Teilnehmer*innen erhielten ein professionelles journalistisches Medientraining sowie ein Training zum Umgang mit Zeitzeuginnen.

    Projektfilm

    Hier einige Eindrücke aus dem Projekt. (click me)

     

  • Workshops

    Workshop I

    Workshop I: Die Rolle von Frauen in der Opposition in der Volksrepublik Polen (Anna Graczyk)

    Der Workshop zielte darauf ab, mehr über die Geschichte der polnischen Opposition in der Volksrepublik Polen zu erfahren. Unsere Gruppe war zwar nicht groß, aber sehr effektiv! Wir fingen mit unterschiedlichen Integrationsspielen an und als die Atmosphäre lockerer wurde, konnten wir in das Thema einsteigen. Zuerst überlegten wir, was eigentlich das Wort „Wiederstand“ bedeutet. Was ist der Unterschied zwischen passivem und aktivem Wiederstand? Was bedeutet das konkret für uns? Darüber hinaus besprachen wir wichtige Ereignisse, die zur Gründung der Solidarność beigetragen haben und beschäftigten uns mit bedeutsamen Akteur*innen dieser Zeit. Mit Hilfe eines großen Posters konnten wir alle Informationen mit der Gruppe teilen.

    Workshop II

    Workshop II: Die Rolle von Frauen im Widerstand während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und in der DDR (Carolin Wenzel)

    Die Teilnehmer*innen des Workshops beschäftigten sich mit den Charakteristika zwei unterschiedlicher totalitärer Regime. Welche vorherrschende Ideologie gab es im Nationalsozialismus, welche in der DDR? Was waren die Feindbilder beider Regime, wie wurden Feinde verfolgt und beseitigt? Mit welchen Methoden arbeiteten die Geheimdienste und welche Arten von Widerstand ergaben sich daraus?
    Darüber hinaus stand das vorherrschende Frauenbild und die damit einhergehende Frauenpolitik beider Regime im Fokus des Workshops, um anschließend herausfiltern zu können unter welchen Bedingungen Frauen zur Zeit des Nationalsozialismus und in der DDR Widerstand leisteten. Auch eine Analyse des Begriffes Widerstand, die Spezifizierung in aktiven und passiven Widerstand und das Herausfiltern der unterschiedlichen Formen, in denen Widerstand sichtbar werden kann, half den Teilnehmer*innen sich auf die anschließenden Zeitzeuginneninterviews mit Ingrid Kröning, Claudia Wegner und Ulrike Poppe vorzubereiten.

    Workshop III

    Workshop III: Frauen im Widerstand heute (Nika Jelaska)

    Die kleinste Gruppe bei der Begegnung beschäftigte sich mit Formen des Widerstandes heute. Fragen wie "Was ist Widerstand heute? Was unterscheidet den heutigen Widerstand von dem Widerstand in der Geschichte? Welche Rollen spielen Frauen in verschiedenen Widerstandsgruppen weltweit? Kann weiblicher Widerstand überhaupt als eine eigene Kategorie angesehen werden?" Die Gruppe befasste sich mit dem arabischen Frühling und Frauen, die darin aktiv waren und immer noch sind. Dabei bemühten wir uns Ereignisse von verschiedenen Standpunkten aus zu untersuchen. Durch die Arbeit an diesen Themen fühlten sich die Teilnehmer*innen des Workshops für das anstehende Interview gut vorbereitet.

  • Portraits

    Sehr geehrte Damen,

    ich habe lange überlegt und alle von Ihnen, die ich kennenlernen durfte verdienen meinen Dank und meinen Respekt. Sie sind alle beispiellos mutig und stark. Jede von Ihnen etwas Einzigartiges erlebt, was Sie als Frau stark geprägt hat. Danke, dass Sie dies mit uns teilten! Sara (Projektteilnehmerin)

    Ulrike Poppe

    Ulrike Poppe ist eine Bürgerrechtlerin und ehemalige Oppositionelle in der DDR. Seit dem 1. März 2010 ist sie die erste Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Als solche beschäftigt sie sich unter anderem mit den Akten-Hinterlassenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit. Im Jahre 1980 eröffnete Ulrike Poppe einen unabhängigen Kinderladen in Ost-Berlin und 1982 war sie Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauen für den Frieden“. 1983 wurde sie verhaftet wegen „Verdachts auf landesverräterische Nachrichtenübermittlung“. Seit 1985 ist sie Mitgliederin in verschiedenen oppositionellen Vereinigungen (Initiative Frieden und Menschenrechte, Frieden konkret, Demokratie Jetzt).

     

    Maria Pakos

    Maria Pakos geboren in Ośno, auf dem sog. „wiedergewonnenen Gebiet“, in einer Bauernfamilie, die aus den polnischen Gebieten stammte, die nach 1945 in die Sowjetunion eingegliedert wurde. Die Familie wurde in Rahmen einer Zwangsumsiedlung an den Gebieten, die von Deutschland abgetrennt wurden, angesiedelt. 1978 begann Maria Pakos, direkt nach ihrer Ausbildung Arbeit in einer Produktionsgemeinschaft. Recht schnell hat sie es begriffen, dass die Genossenschaft mit dem Ziel gegründet wurde, die Bauern zu enteignen und ab diesem Moment begann die Zeit ihrer antikommunistischen Opposition. In ihrem Interview berichtete Sie von den Möglichkeiten der nicht organisierten antikommunistischen Opposition im ländlichen Raum.

    Heba Ledwon

    Heba Ledwon (geb. Ahmed), gebürtige Ägypterin, studierte Philosophie, Politik-wissenschaft und Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zurzeit bereitet sie ihre Doktorarbeit zum Thema Gewerkschaftsbewegung in Ägypten vor. Sie ist Forschungsassistentin am Mittelmeer Institut Berlin an der Humboldt Universität zu Berlin. Außerdem ist Ledwon seit elf Jahren ehrenamtlich in gesellschaftspolitischen und menschenrechtsbezogenen Projekten in Ägypten und Deutschland tätig. Sie ist Gründungsmitglied der Ägyptischen Frauenunion und deren Vertreterin in Deutschland. In der Organisation für Menschenrechte in den Arabischen Staaten (OMRAS e. V.) ist sie vor allem Ansprechpartnerin für Menschenrechts-verletzungen an Frauen.

    Claudia Wegner

    Claudia Wegner ist als Tochter einer Kommunistin geboren. Sie arbeitete als Erzieherin in einem Berliner Kindergarten. Später war sie in der staatlichen Einrichtung für Menschen mit Behinderung beschäftigt. Claudia Wegner setzte sich gegen autoritäre Erziehung in DDR-Kindergärten ein. Sie engagierte sich in kirchlichen Kreisen, in denen über alternative Erziehung und Wohnformen diskutiert wurde und versuchte zusammen mit fünf Frauen und deren Kindern eine Wohngemeinschaft zu gründen. Dieser Versuch wurde durch die Staatssicherheit (Stasi) verhindert aber scheiterte auch am Wohnraummangel in der DDR. 1984 protestierte sie gegen die Schließung des Kinderladens von Ulrike Poppe. Sie war die Mitgliederin der Oppositionsgruppe Monolith. 1986 emigrierte sie nach Westberlin, lebt seitdem in Kreuzberg.

    Ingrid Kröning

    Ingrid Kröning berichtete über ihre Mutter - Milda Kröning. Milda Kröning wurde 1893 im zaristischen Riga geboren. Sie wurde 1917 nach der Oktoberrevolution Mitglied der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjet Union). Ab 1918 war sie als Kurier der KPdSU in Deutschland eingesetzt. In der Zeit nach 1921 pendelte Milda Kröning zwischen Berlin, Riga und Moskau. In Jahren 1933-1936 nach Hitlers Machtergreifung wurde sie zum ersten Mal aufgrund ihrer Tätigkeit verhaftet. 1936 wurde sie freigelassen (Amnesie wegen Olympischer Spiele). Nachdem die Milda erneut verhaftet wurde, brachte sie Ingrid Kröning im Gefängnis zur Welt. In der darauffolgenden 1,5 Jahren, waren Milda und Ingrid in drei verschiedenen Gefängnissen. Zum Ende des 2. Weltkriegs saß Milda im Gefängnis in Jauer, von dort nahm sie an dem Todesmarsch teil. Sie flüchtete noch vor dem Kriegsende zu ihrer Töchter nach Berlin. Milda wurde als Widerstandsikone in der DDR mystifiziert.

     

     

    Małgorzata Trembilska

    Małgorzata Trembilska arbeitete in der Bibliothek des Informationszentrum und im Organisationsamt der Wojewodschaft in Stettin, wo sie eine Solidarność-Gruppe gründete. Sie wurde Vorsitzende der Betriebskommission. Małgorzata Trembilska verteilte Flugblätter, half Repressionsopfern und hielt illegale Presseerzeugnisse versteckt. Im Dezember 1981 (Einführung des Kriegeszustandes in Polen) war sie mit einer Tasche voller Solidarność - Kalender und illegaler Presse unterwegs zu einer Kollegin, die diese weiter verteilen sollte. Vor dem Haus wartete der Geheimdienst. Sie war ein halbes Jahr in Haft. Lange Zeit darunter auch Weinachten und Neujahr verbrachte sie in Einzelhaft. Inzwischen ist sie Rentnerin und nicht mehr in Solidarność (Mütter der Solidarność, Szczecin 2009).

  • Interviews

    Interview mit Ulrike Poppe

    Interview mit Maria Pakos

    Interview mit Claudia Wegner

    Interview mit Ingrid Kröning

    Interview mit Małgorzata Trembilska

  • Unser team

    Carolin Wenzel

    Carolin Wenzel hat Europastudien und Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas in Bremen, Krakau und Frankfurt an der Oder studiert. Seit 2011 organisiert und leitet sie Jugend- und Erwachsenenprojekte der informellen historisch-politischen Bildung. Inhaltlich liegen ihre Schwerpunkte in der Zeit- und Kulturgeschichte Mittel- und Osteuropas, insbesondere Deutschlands und Polens. Sie ist als Projektkoordinatorin im Bereich Zeitgeschichte und Menschenrechte bei der Kreisau-Initiative e.V. tätig.

    Nika Jelaska

    Nika Jelaska hat in Zagreb Psychologie studiert. Seit 2008 organisiert sie Projekte der informellen politischen Bildung mit der Kroatischen Debattiergesellschaft. Bisher organisierte sie Seminare und Konferenzen von unterschiedlicher Größe. Unter anderem war sie Chef-Organisatorin der „European Universities Debating Championship 2014“. Seit 2012 Mitglied des Kroatischen Pädagogen- und Entwicklungsnetzwerks für die Kommunikationsentwicklung (HERMES) und arbeitet dort als Trainerin.

    Tobias Lenel

    Tobias Lenel hat Geschichte und Slawistik in Göttingen und München sowie Schauspielregie an der Folkwangschule studiert. Er arbeitete als Regieassistent und Theaterregisseur für Schauspiel und Oper an verschiedenen Theatern in Deutschland und Österreich. Er ist seit als Drehbuchautor und Filmregisseur tätig und beschäftigt sich mit deutsch-polnischen Portraitdokumentationen mit Zeitzeugen_innen und Zeigenossen_innen. Dabei arbeitet er auch mit Schüler_innen und Studierenden.

    Anna Graczyk

    Anna Graczyk studierte Sozial - und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Vorsitzende des Vereins POLITES in Stettin, der sich für die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und die Entwicklung der dafür notwendigen Kompetenzen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Lokalgemeinschaft einsetzt. Darüber hinaus ist sie Betzavta- und Menschenrechtetrainerin.

    Ewelina Wanke

    Ewelina Wanke ist Historikerin und Übersetzerin. Sie arbeitet für Museen, Medien,Kultur und Bildungseinrichtungen und publiziert. Seit 2002, mit Hilfe von Medien wie Film, Theater, Literatur oder Ausstellungen vermittelt sie Geschichte in Rahmen der internationalen Jugendbegegnungen. Seit 2011 arbeitet sie als freie Mitarbeiterin für das Bildungs- und Begegnungszentrum Schloß Trebnitz.

    Magdalena Stojer-Brudnicka

    Magdalena Stojer-Brudnicka studierte an der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen sowie der Universität Wien und absolvierte ein Postgraduierten-Studium für Konferenzdolmetschen an der Jagiellonen Universität in Krakau. Sie beteiligt sich an internationalen Projekten zu den Themen Interkulturalität, Zivilgesellschaft, Demokratie, Toleranz, grenzüberschreitende Zusammenarbeit. So vermittelt und unterstützt sie die Annäherung zwischen den Kulturen.

    Robert Dobe

    Robert Dobe wurde 1987 in Rüdersdorf b. Berlin geboren. Robert studierte Medienwissenschaften, Kunstgeschichte. Er arbeitet als freier Film- und Radiomacher in Halle (Saale).

    Łukasz Majka

     Łukasz Majka wurde 1981 in Bydgoszcz geboren. Łukasz absolvierte im Jahre 2012 ein Studium der Kamera an der HFF "Konrad Wolf" in Babelsberg. Er arbeitet als Kameramann für Dokumentarfilme und Spielfilme und produziert seit 2014 das Musikmagazin "A NIGHT OUT WITH". Zur Zeit arbeitet er als online Redakteur für das Kinderradio RadioJoJo.

    Richard Marx

    Richard Marx wurde 1986 in Rostock geboren. Er arbeitet an Projekten, die u.a. das Leben deutscher und polnischer Menschen im Oderbruch beleuchten und sich mit dem Schicksal ungarischer ehemaliger Zwangsarbeiter beschäftigen. Bei der Umsetzung von Filmproduktionen arbeitete er mit modernster Technik, auch 3D und Multikopter kamen zum Einsatz.

  • Organisator

    Schloss Trebnitz  Bildungs- und Begegnungszentrum e. V.

    Der Verein Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V. wurde 1992 gegründet und übernahm die Instandsetzung und Bewirtschaftung des Schlosses als Bildungs- und Begegnungszentrum. Zwischen 1992 und 1998 wurde das denkmalgeschützte Schloss, ein neobarocker Putzbau, umfassend saniert und modernisiert. Hinter dem Haus erstreckt sich ein 30 ha großer Park, mit uraltem Baumbestand und zwei kleinen Seen, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Schloss Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V. ist eine überverbandliche Bildungsstätte mit politisch - kulturellem Profil und dem Schwerpunkt auf internationalen Austauschprojekten vor allem mit Osteuropa. Die Bildungs- und Veranstaltungsangebote richten sich hauptsächlich an Jugendliche aber auch an Erwachsene. Viel Wert wird auf künstlerische und kreative Aktivitäten gelegt

  • Kontakt

    Projektkoordinatorin

    Carolin Wenzel, Kreisau-Initiative e.V.

    E-Mail: wenzel@kreisau.de

    Telefonnummer: +49 (0)30 53836363

     

     

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